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Testament



Über das gesetzliche Erbrecht bestehen oftmals falsche Vorstellungen. Wenn Sie weder ein Testament noch einen Erbvertrag gemacht haben, greift die gesetzliche Erbfolge.

Das böse Erwachen kommt dann mit dem Tod des Erblassers, also mit dem Erbfall.
So sind Ehegatten häufig der Auffassung, dass das gemeinsame Haus nach dem Tode eines von ihnen dem Überlebenden alleine gehört. Ihnen ist nicht bekannt, dass regelmäßig auch andere Personen Miterben und damit Miteigentümer werden. Es entsteht mit dem Erbfall eine Erbengemeinschaft. Miterben können die eigenen Kinder oder sogar entfernte Verwandte sein.

Das deutsche Erbrecht erlaubt jedermann, für seinen Todesfall eine Regelung über sein Vermögen zu treffen. Dies geschieht durch ein Testament oder durch einen Erbvertrag. Der Erbvertrag muss immer notariell beurkundet werden, das Testament kann notariell beurkundet werden. Das Testament kann aber auch als eigenhändiges Schriftstück errichtet werden.

Bei der eigenhändigen Testamentserrichtung bestehen mehrere gravierende Nachteile, deren sich der Erblasser oft nicht bewusst ist:
- Im Falle eines eigenhändigen Testaments ergeben sich nach dem Tode häufig   erhebliche Schwierigkeiten zu ermitteln, was der Erblasser als letzten Willen wirklich   gewollt hat.
- Oftmals ist dieser letzte Wille nicht eindeutig formuliert.
- Das "Juristendeutsch" ist dem Erblasser in der Regel unbekannt.

Dies alles führt in zahlreichen Fällen auch innerhalb von Familien zum Streit zwischen den Erben, der durch klare und präzise Formulierung vermieden werden könnte.

Weiterhin hat das eigenhändige Testament den Nachteil, dass keine rechtliche Beratung erfolgt. Eine solche Beratung ist allerdings dringend zu empfehlen, da viele rechtliche Gestaltungsmöglichkeiten dem rechtsunkundigen Erblasser unbekannt sind. Gerade bei größeren Vermögen oder komplizierten Verwandtschaftsverhältnissen ist eine qualifizierte Beratung — auch aus erbschaftssteuerlicher Sicht — dringend anzuraten.

Durch ein notarielles Testament können diese Unsicherheiten vermieden werden,
da der Notar eindeutige und rechtlich abgesicherte Formulierungen verwendet.
Ihr letzter Wille wird damit bei weitem weniger angreifbar.

Ein weiterer Vorteil des notariellen Testaments bzw. des notariellen Erbvertrages besteht darin, dass die letztwillige Verfügung in diesen Fällen in amtliche Verwahrung von Amtsgericht bzw. Notar genommen und damit sichergestellt wird, dass die Verfügungen des Erblassers nach dem Tode ordnungsgemäß durchgeführt werden.

Auf Grund der bei eigenhändigen Testamenten erfahrungsgemäß bestehenden Schwierigkeiten ist es empfehlenswert, Rechtsberatung durch einen Notar in Anspruch zu nehmen. Dieser wird den Willen des Testierenden ermitteln und die von ihm gewünschten Verfügungen in die richtige rechtliche Form umzusetzen.

Wichtig ist auch, dass bei größeren Vermögen die erbschaftssteuerlichen Gegebenheiten berücksichtigt werden.

Der Freibetrag, der alle 10 Jahre erneut ausgeschöpft werden kann, eines Ehegatten beträgt 307.000,00 €, der eines Kindes – nach jedem Elternteil – 205.000,00 € und der der Enkelkinder 51.200,00 €.

Der Gang zum Notar ist dabei nicht nur verhältnismäßig günstig, er spart im Ergebnis sogar Kosten, da der nach dem Sterbefall sonst erforderliche Erbschein durch eine notarielle Urkunde regelmäßig ersetzt wird.


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